Am 9. Mai war es soweit – Halbfinale der DSOL Liga 4 gegen den Sieger der Gruppe A Lok Raw Cottbus. Der Gegner hatte im Viertelfinale mit dem sehr überzeugenen Ergebnis von 4:0 den Platz im Halbfinale völlig verdient.

Im Halbfinale – um eventuelle Betrüge zu verhindern – wurden die Partien unter Videoüberwachung von einem Schiedsrichter gespielt. Dafür musste jeder an einem Zoom-Call teilnehmen und sowohl die Kamera, als auch das Mikro an haben. Zusätzlich mussten die Spieler den eigenen Bildschirm teilen. Sehr gute Organisation, finde ich, obwohl ich sehr hoffe, dass keiner bei diesem Turnier, bei dem es primär um Spaß geht, versucht hat zu betrügen.

Am vorherigen Tag (dem 8. Mai) hatten sich unsere Bekannten des SC Landskrone nach einem Sieg gegen den SV Königsbrück I schon den Platz im Finale gesichert. Mich persönlich hat das sehr gefreut, da diese Mannschaft bei mir – trotz der bitteren Niederlage in meiner Partie – durchaus einen positiven Eindruck hinterlassen hat. Es wäre auch sehr poetisch gewesen, wenn beide Mannschaften im Finale in der Vorrunde in der selben Gruppe gewesen wären.

Wäre, wäre Fahradkette, so ungefähr – oder wie auch immer.

Lothar Matthäus

Zur Erinnerung: unsere Mannschaft hat in der Gruppe B den ersten Platz mit 6 Siegen und einmal Unentschieden gewinnen können, wobei SC Landskrone die ganze Zeit mitgelaufen war und mit einer Balance von 6 Siegen und einer Niederlage (gegen uns!) den 2. Platz mit Punkt weniger sehr verdient belegte.

Diesmal hat es aber leider nicht geklappt. Wir verloren zwar den Mannschaftskampf nicht, hatten aber bei 2:2 eine schlechtere Berliner Wertung. Unsere Mannschaft scheidet aus dem Turnier mit erhobenem Kopf aus, da wir keinen Mannschaftskampf direkt verloren haben. Natürlich akzeptierten wir das Aus und gratulierten der gegnerischen Mannschaft, die ebenso einen sehr netten Eindruck hinterlassen hat.

Die DSOL-Show mit GM Siebrecht findest du HIER. Wir sind ab 1:42:00 dran. Hier erfährst Du chronologisch, wie es geschah:

Ingo durfte mit schwarz wieder eine skandinavische Partie spielen! Sein Gegner hatte gute 120 DWZ mehr. Von daher hat er es eher ruhig angehen lassen. Nach 22 Zügen stand sein Gegner dennoch mit einem Bauern weniger und einer schlechteren Königsstellung da. Allerdings kam Ingo mit der technischen Umsetzung der Videoüberwachung nicht klar und war, da er die Lautsprecher wegen seines DGT-Brettes brauchte, von allen offenen
Mikrofonen doch sehr gestört. Trotz besserer Stellung willigte er dann in
eine dreifache Stellungswiederholung ein. Spielstand: 0,5 zu 0,5.

Vor meiner Partie hatte ich mir die bisherigen Partien meines Gegners angeschaut. Ich war mir fast sicher, dass ich genau gegen diesen Spieler spielen werde und es ist mir aufgefallen, dass er sowohl gegen e4, als auch gegen d4 c6, gefolgt von d5 spielt. Daher durfte ich mir die ersten 3 Züge aussuchen und mit einer konkreten Stellung rechnen. Nachdem ich mit mir gerungen habe, ob ich e4 oder d4 spielen soll, habe ich von unserem lieben Mitglied Klaus den folgenden Rat erhalten: “Spiele doch das, was dir Spaß macht”. Daher entschied ich mich – mit schlechtem Gewissen – für die Bird’s Eröffnung, because everyone has heard that the bird is the word 🤣🤣🤣. Die Partie war von beiden Seiten sehr vernünftig und gut gespielt. Es war auch sehr spannend, da ich kurz und mein Gegner lang rochiert hat. Kudos für ihn, dass er sich dafür entschied. Der Plan für uns beide war klar – Attacke! Mein Gegner startete einen Angriff am Königsflügel, während ich versucht habe, das Zentrum auf jeden Preis zu öffnen. Mein Angriff kam Stück schneller und da der Gegner einen gefesselten Läufer vor dem König hatte, konnte ich den Druck auf der Königsstellung erhöhen. Die Chance für mich ergab sich im 22. Zug, als mein Gegner nur noch durch Dc6 hätte verteidigen können. Stattdessen spielte er den logisch aussehenden Zug De7 und fand sich nach 23. f6! in einer verlorenen Stellung. Kurz danach war die Partie vorbei. Neuer Spielstand: 1,5 zu 0,5 für Horrem.

Arno kam mit den weißen Steinen nach einem fehlerhaften Damenzug nicht gut aus der Eröffnung. Nach dem Abtausch von 3 Leichtfiguren behielt der Gegner den besseren Läufer und konnte Druck am Damenflügel machen.
Dann ereignete sich ein seltener Fall von Schachblindheit: beide Spieler übersahen, dass Schwarz mit einem Doppelschritt des e-Bauern einzügig(!) eine Figur hätte gewinnen können.
Das gab Arno die Chance, die optimale Verteidigungsstellung zu errichten, so dass sein Gegner bei zunehmender Zeitnot ins Remis durch Zugwiederholung einwilligen musste. Neuer Spielstand: 2 zu 1 für Horrem.

Thomas war in der Eröffnung für 15 Minuten ohne Internetverbindung. Nach erfolgreicher Rückkehr spielte er ein bisschen schneller, um Zeit gut zu machen – leider auch ein bisschen oberflächlicher. In einem schwierigen Endspiel mit Dame und Läufer ließ der Gegner einige gute Möglichkeiten aus. Nach dem Tausch der Läufer war das Schlimmste überstanden und die Stellung objektiv Remis. In der Blitzphase ließ Thomas die Partie dann doch noch entgleiten. Endstand 2:2*.

*Bei der Berliner Wertung bekommt eine Mannschaft für eine gewonne Partie 4 Punkte für Brett 1, 3 Punkte für Brett 2, 2 Punkte für Brett 3 und 1 Punkt für Brett 1. Da wir an Brett 2 verloren und an Brett 4 gewonnen haben, lautete die BW 6 zu 4 für unsere Gegner.

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